Wirtschaft fordert Regierung auf, von der Reorganisation der Geologischen Dienststelle abzusehen – Risiken für Investitionsklima und Haushalt
Die Mitgliedsunternehmen der Europäischen Wirtschaftsvereinigung (EBA) äußern Besorgnis über die Pläne des Ministeriums für Wirtschaft, Umwelt und Landwirtschaft zur Reorganisation der Staatlichen Geologischen Dienststelle der Ukraine und zur Schaffung einer neuen Behörde für Naturressourcennutzung.
Die Mitgliedsunternehmen der Europäischen Wirtschaftsvereinigung (EBA) haben ihre Besorgnis über die Pläne des Ministeriums für Wirtschaft, Umwelt und Landwirtschaft zur Reorganisation der Staatlichen Geologischen Dienststelle der Ukraine geäußert. Laut einer Mitteilung des EBA-Pressedienstes könnte die Schaffung eines neuen staatlichen Agentur für Naturressourcennutzung aus der bestehenden Dienststelle erhebliche negative Auswirkungen auf die Stabilität der Rohstoffbranche haben.
Vertreter der EBA betonen, dass die Übertragung von Befugnissen von der derzeitigen Dienststelle auf die neue Behörde möglicherweise zu einer Unterbrechung der Erteilung und Verlängerung spezieller Genehmigungen für die Nutzung von Bodenschätzen führen könnte. Diese Genehmigungen sind für das Funktionieren der Unternehmen in diesem Sektor von entscheidender Bedeutung.
Die Änderung des institutionellen Modells in Zeiten des Krieges birgt laut der Wirtschaft ernsthafte Risiken für die Umsetzung internationaler Investitionsvereinbarungen. Dies betrifft insbesondere die Verträge, die im Rahmen des Amerikanisch-Ukrainischen Investitionsfonds für den Wiederaufbau geschlossen wurden. Die Reorganisation schafft zudem Unsicherheiten hinsichtlich der Erfüllung von Produktionsverteilungsverträgen, was die Arbeit von unterstützenden geologischen Dienstleistungen, wie der Genehmigung von Mineralvorkommen und dem Zugang zu geologischen Informationen, lähmen könnte.
Die Geschäftswelt ist der Meinung, dass der Übergangszeitraum für die Übertragung von Funktionen, Vermögenswerten und Haushaltsverpflichtungen zwischen sechs Monaten und drei Jahren liegen könnte. Dieser Zeitraum ist mit dem Risiko verbunden, qualifiziertes Personal zu verlieren, was die Effizienz der neu geschaffenen Behörde negativ beeinflussen könnte.
Besonders betont die EBA den wirtschaftlichen Aspekt der Tätigkeit der Behörde. Die Vereinigung weist darauf hin, dass der Staatshaushalt allein aus den Auktionsergebnissen im Jahr 2025 etwa 1,8 Milliarden UAH erhalten hat. Eine vorübergehende Stilllegung der Arbeit des Regulators würde zu einem Verlust dieser Einnahmen, Verzögerungen bei aktuellen Investitionsprojekten und einem Rückgang des Vertrauens seitens internationaler Partner führen.
Darüber hinaus besteht das Risiko, dass die Entwicklung der mineralischen Rohstoffbasis der Ukraine und die staatliche Erfassung von Lagerstätten ins Stocken gerät. Dies könnte langfristige Folgen für die Wirtschaft des Landes haben, da der Rohstoffsektor eine wichtige Komponente des nationalen Haushalts darstellt.
Angesichts all dieser Faktoren fordert die EBA die ukrainische Regierung auf, die Reorganisation der Geologischen Dienststelle nicht ohne umfassende Diskussion mit dem Markt zu initiieren. Anstelle der Schaffung neuer Strukturen schlägt die Wirtschaft vor, sich auf die Stärkung der Kapazitäten der bestehenden Behörde zu konzentrieren, um eine stabile staatliche Verwaltung im Rohstoffsektor zu gewährleisten, die für die Unterstützung des Investitionsklimas in der Ukraine unerlässlich ist.