Mehr als 1,3 Millionen junge Ukrainerinnen außerhalb von Arbeitsmarkt und Bildung
Eine umfassende Studie des Instituts für Jugend im Auftrag von ISAR Unity zeigt alarmierende Zahlen: Über 1,3 Millionen junge Ukrainerinnen sind weder in Arbeit noch in Ausbildung.
In einer umfassenden Untersuchung, die von der gemeinnützigen Organisation Institut für Jugend im Auftrag von ISAR Unity durchgeführt wurde, wurde festgestellt, dass mehr als 1,3 Millionen junge Ukrainerinnen außerhalb des Arbeitsmarktes und der Bildung stehen. Die Studie, die im Zeitraum von Oktober bis November 2025 durchgeführt wurde, ergab, dass 22,5 % der Ukrainer im Alter von 15 bis 34 Jahren, was etwa 1,9 Millionen Menschen entspricht, den Status NEET haben, was für "nicht in Bildung, Beschäftigung oder beruflicher Ausbildung" steht. Innerhalb dieser Kategorie sind 1,34 Millionen Mädchen und junge Frauen, während 530.000 junge Männer betroffen sind.
Natalia Tilikina, die Leiterin des Instituts für Jugend und die verantwortliche Forscherin, hebt hervor, dass die NEET-Struktur in der Ukraine einen deutlichen Geschlechterungleichgewicht zeigt. Insbesondere sind Frauen in diesem Status dreimal so häufig vertreten wie Männer – 35 % im Vergleich zu 11,8 %. "Während es für Männer hauptsächlich ein Problem der klassischen Arbeitslosigkeit oder des Motivationsverlustes ist, ist es für junge Frauen in den meisten Fällen durch die Betreuung von Kindern und die Erfüllung familiärer Pflichten bedingt. Das heißt, für Frauen ist dies eine erzwungene Inaktivität", erklärt Tilikina.
Eine der Hauptursachen, warum junge Ukrainerinnen von einer Ausbildung absehen, ist die finanzielle Notlage. Dies gaben 38 % der Befragten an. Weitere 32,7 % erklärten ihre Entscheidung mit der Notwendigkeit, sich um Kinder oder andere Familienmitglieder zu kümmern. Diese Faktoren haben erhebliche Auswirkungen auf die Möglichkeiten von Frauen im Bildungs- und Arbeitsmarkt.
Darüber hinaus werden bei der Arbeitssuche die Betreuungsaufgaben, insbesondere für kleine Kinder, zur Hauptbarriere. 37,1 % der Befragten gaben an, dass dies der Hauptgrund sei, warum sie keine Arbeit finden können. Weitere 12,5 % berichteten, dass sie aufgrund von gesundheitlichen Problemen und damit verbundenen Einschränkungen nicht arbeiten können. "Und das ist nicht nur Statistik", merkt Tilikina an, "das ist ein enormer Verlust an Humankapital für unser Land."
Die Studie zeigte auch, dass das Risiko, langfristig im NEET-Status zu bleiben, für junge Frauen maximal steigt, wenn ihr Kind drei Jahre alt wird. In dieser Phase wird von der Frau erwartet, dass sie eine Entscheidung trifft – entweder zurück zur Arbeit zu gehen oder sich auf den Haushalt zu konzentrieren. In der Realität befinden sich Frauen nach der Elternzeit jedoch oft in einem Zustand der Verwirrung und wissen nicht, wo sie sich am besten verwirklichen können.
Somit unterstreichen die Ergebnisse der Studie des Instituts für Jugend die Dringlichkeit, das Problem der jungen Frauen im NEET-Status anzugehen, da es nicht nur eine wirtschaftliche Frage, sondern auch eine Frage der sozialen Gerechtigkeit und der gesellschaftlichen Entwicklung insgesamt ist.