Weißrussland verabschiedet Gesetzesentwurf zur Verbot von "LGBTQ+-Propaganda" und freiwilliger Abgabe von Kindern
Am 2. April 2023 hat die Nationalversammlung Weißrusslands einen Gesetzesentwurf verabschiedet, der die "Propaganda von LGBTQ+" sowie die freiwillige Abgabe von Kindern, bekannt als "childfree", verbietet. Dieses Gesetz stellt einen bedeutenden Schritt zur Verstärkung der Kontrolle über soziale Normen und das Verhalten der Bürger im Land dar.
Am 2. April 2023 hat die Nationalversammlung Weißrusslands einen Gesetzesentwurf verabschiedet, der die "Propaganda von LGBTQ+" sowie die freiwillige Abgabe von Kindern, bekannt als "childfree", verbietet. Dieses Gesetz stellt einen bedeutenden Schritt zur Verstärkung der Kontrolle über soziale Normen und das Verhalten der Bürger im Land dar.
Das weißrussische staatliche Propagandainformationsagentur BelTA berichtete über die Entwicklung dieses Gesetzgebungsinitiativen. Der von den Abgeordneten genehmigte Dokumententitel lautet "Über die Änderung der Kodizes bezüglich der administrativen Verantwortung" und fügt dem weißrussischen Gesetz über administrative Verstöße neun neue Artikel und 43 neue Kategorien hinzu. Dies zeigt eine erhebliche Erweiterung der gesetzlichen Grundlage, die Fragen im Zusammenhang mit Menschenrechten und sozialen Werten regelt.
Besonders hervorzuheben ist Artikel 19.16, der sich mit der "Propaganda von homosexuellen Beziehungen, Geschlechtsänderung, Kinderlosigkeit und Pädophilie" befasst. Dieser Artikel sieht Geldstrafen sowohl für natürliche als auch für juristische Personen vor, die für Verstöße gegen dieses Gesetz zur Verantwortung gezogen werden können. Wie weißrussische Propagandisten anmerken, können natürliche Personen, wenn Informationen, die unter diesen Artikel fallen, Minderjährigen bekannt werden, nicht nur Geldstrafen, sondern auch gemeinnützige Arbeiten oder administrative Haftstrafen auferlegt bekommen. Für juristische Personen können die Geldstrafen über 3.000 US-Dollar betragen.
Es ist anzumerken, dass dieser Gesetzesentwurf in Kraft treten muss, nachdem er vom weißrussischen Diktator Alexander Lukaschenko unterzeichnet wurde. Dies unterstreicht die Bedeutung des politischen Willens bei der Umsetzung solcher Initiativen, die das Leben der Bürger erheblich beeinflussen können.
Der Kontext für die Verabschiedung dieses Gesetzesentwurfs ist die allgemeine Tendenz in den post-sowjetischen Ländern, wo eine Verschärfung der Repressionen gegen die LGBTQ+-Gemeinschaft und eine Einschränkung der Menschenrechte zu beobachten ist. Beispielsweise trat im Dezember 2022 in Russland ein Gesetz in Kraft, das die "Propaganda von LGBTQ+" verbietet, mit Geldstrafen von bis zu 400.000 Rubel für Bürger und bis zu 5 Millionen Rubel für Organisationen. Dies zeigt, dass auch die Nachbarländer in Richtung einer verstärkten Kontrolle über soziale Fragen tendieren.
Im November 2023 erkannte der Oberste Gerichtshof der Russischen Föderation die nicht existierende "internationale LGBTQ+-Bewegung" als extremistisch an und verbot deren Aktivitäten im Land. Diese Entscheidung stellte einen weiteren Schritt im Kampf gegen die Rechte der LGBTQ+-Gemeinschaft dar, was internationale Kritik hervorrief.
Somit ist die Verabschiedung des Gesetzesentwurfs in Weißrussland Teil einer breiteren Tendenz in der Region, in der Menschenrechte, insbesondere die Rechte von LGBTQ+, strengen Kontrollen und Einschränkungen unterliegen. Dies ruft Besorgnis bei Menschenrechtsaktivisten und der internationalen Gemeinschaft hervor, die zum Schutz der Rechte aller Menschen aufrufen, unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer Wahl bezüglich des Familienlebens.