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Weiße Störche nisten nach 20 Jahren wieder in Tschernobyl

Eine bemerkenswerte Wiederbelebung der Tierwelt in der verstrahlten Zone von Tschernobyl: Erstmals seit zwei Jahrzehnten haben sich weiße Störche wieder zur Brutzeit in der Stadt niedergelassen.

Eine einzigartige Begebenheit hat sich in Tschernobyl ereignet, wo erstmals seit den letzten 20 Jahren weiße Störche zur Brutzeit eingetroffen sind. Diese Information wurde von Vertretern des Tschernobylschen Strahlen-Ökologischen Biosphärenreservats bestätigt, das sich mit der Untersuchung der ökologischen Situation in der Sperrzone beschäftigt.

Laut den vorliegenden Daten wurde das Eintreffen der weißen Störche von dem ukrainischen Ökologen und Radioökologen Denis Wyschnewsky, der Leiter der wissenschaftlichen Abteilung des Reservats ist, dokumentiert. Wyschnewsky teilte außerdem Fotos der Vögel, die in Tschernobyl aufgenommen wurden und diese erstaunliche Nachricht bestätigen.

„Heute haben sich auf dem Dach eines Verwaltungsgebäudes im Zentrum von Tschernobyl, in der Nähe des Denkmals 'Stern des Wermut', sechs weiße Störche zum Ausruhen niedergelassen. Für Tschernobyl ist das eine echte Sensation: Das letzte Nisten eines weißen Storchs in der Stadt wurde vor 20 Jahren verzeichnet“, erklärten die Vertreter des Tschernobylschen Strahlen-Ökologischen Biosphärenreservats.

Dieses Ereignis hat großes Interesse unter den Ökologen geweckt, da in den letzten zwei Jahrzehnten weiße Störche in Tschernobyl lediglich während ihrer Durchzüge über die Stadt beobachtet wurden, jedoch nicht zum Nisten blieben. „Das Erscheinen von sechs Vögeln im zentralen Teil der Stadt könnte auf neue Veränderungen in der lokalen Population hinweisen und eröffnet interessante Perspektiven für zukünftige Beobachtungen“, fügten die Experten des Reservats hinzu.

Dieser Vorfall unterstreicht nicht nur die Wiederherstellung des natürlichen Lebensraums in der Sperrzone, sondern eröffnet auch neue Möglichkeiten zur Untersuchung der ökologischen Prozesse, die in der Region nach der Katastrophe von Tschernobyl stattfinden. Die Ökologen hoffen, dass dies ein Zeichen für verbesserte Lebensbedingungen für wilde Tiere und Vögel sein könnte.

Darüber hinaus wurde zuvor über Streitigkeiten zwischen den letztjährigen Bewohnern des Sternen-Nests, Odarka und Grytsyk, und den neuen Vögeln Lele und Kvitka berichtet. Diese Beobachtungen deuten darauf hin, dass das Leben in Tschernobyl weiterhin wiederhergestellt wird und Vögel, die hier zuvor keinen Unterschlupf finden konnten, zurückkehren.

Das Tschernobylsche Strahlen-Ökologische Biosphärenreservat setzt seine Beobachtungen der Veränderungen im Ökosystem fort, die aufgrund der natürlichen Wiederherstellung des Gebiets nach der Katastrophe stattfinden, und diese Nachricht ist ein weiteres Zeichen dafür, dass die Natur in der Lage ist, sich selbst unter den schwierigsten Bedingungen zu regenerieren.