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Archäologen entdecken einzigartigen Artefakt, der das Verständnis über frühchristliche Rituale verändern könnte

Bei Ausgrabungen in der antiken Stadt Hippos, nahe dem Galiläischen Meer, entdeckten Forscher ein seltenes Artefakt mit drei halbkugelförmigen Hohlräumen, das möglicherweise die Auffassung über frühchristliche Rituale erheblich verändern könnte.

Während der Ausgrabungen in der antiken Stadt Hippos, die sich in der Nähe des Galiläischen Meeres befindet, stießen Forscher auf ein außergewöhnliches Artefakt aus Marmor, das mit drei halbkugelförmigen Hohlräumen ausgestattet ist. Diese Entdeckung könnte das Verständnis der Rituale, die in der frühchristlichen Tradition praktiziert wurden, grundlegend verändern.

Wissenschaftler vermuten, dass diese Schalen für drei verschiedene Arten von Ölen bestimmt waren, was auf die Existenz einer verlorenen Tradition des dreistufigen Salbens während der Taufe hinweist. Bislang wurde angenommen, dass das Ritual nur zwei Öle umfasste – eines vor und eines nach dem Eintauchen ins Wasser. Die Entdeckung, die auf etwa 1.300 Jahre datiert wird, deutet jedoch auf eine komplexere liturgische Praxis hin, die speziell in dieser Region verbreitet war.

Zusätzlich zu der einzigartigen Schale fanden die Archäologen in der Kirche eine weitere Taufbecken. Dies ist die erste bekannte Kirche, die zwei separate Säle für die Taufe hatte: Der größere wurde wahrscheinlich für Erwachsene und der kleinere für Säuglinge genutzt. Diese Entdeckung eröffnet neue Perspektiven für das Verständnis der frühchristlichen Rituale und deren Entwicklung.

Unter den weiteren Funden sticht ein bronzener Leuchter sowie ein marmorierter Reliquienschrein für heilige Überreste hervor, die die größten Objekte ihrer Art sind, die jemals auf dem Gebiet Israels gefunden wurden. Diese Artefakte bestätigen nicht nur die religiösen Praktiken jener Zeit, sondern zeugen auch von dem hohen handwerklichen Können der antiken Handwerker.

All diese Schätze blieben aufgrund eines tragischen Ereignisses erhalten – eines verheerenden Erdbebens im Jahr 749 n. Chr. Dieses Katastrophe zerstörte den Saal der Kirche und begrub liturgische Gegenstände unter einer dicken Schicht von Trümmern, die sie bis in die heutige Zeit konservierten. Laut Dr. Eisenberg bietet diese Entdeckung eine seltene Gelegenheit, in nicht dokumentierte schriftliche Traditionen der byzantinischen christlichen Gemeinschaften einzutauchen, die im Herzen des Heiligen Landes entstanden sind.

Die Details der Forschung wurden in der wissenschaftlichen Zeitschrift Palestine Exploration Quarterly veröffentlicht, was die Bedeutung dieser Entdeckung für die wissenschaftliche Gemeinschaft und die Geschichte des Christentums insgesamt unterstreicht. Die Funde der Archäologen könnten die Grundlage für weitere Forschungen in diesem Bereich bilden und zu einem tieferen Verständnis der religiösen Praktiken der frühen Christen beitragen.