Entführte Kinder aus dem Waisenhaus in Cherson: Ombudsmann Lubinets reagiert auf alarmierende Funde
Der ukrainische Ombudsmann Dmitro Lubinets hat in einer aktuellen Erklärung besorgniserregende Informationen über ukrainische Kinder veröffentlicht, die 2022 aus einem Waisenhaus in Cherson entführt wurden. Ihre Daten wurden auf einem russischen Staatsportal für Adoptionen gefunden, was ernsthafte Bedenken aufwirft.
Laut Informationen von Ukrinform hat der ukrainische Ombudsmann Dmitro Lubinets in seinem Telegram-Kanal eine bedeutende Erklärung veröffentlicht, in der er alarmierende Entdeckungen bezüglich ukrainischer Kinder bekannt gibt. Diese Kinder wurden 2022 aus dem Waisenhaus in Cherson gewaltsam in die Russische Föderation gebracht. Es stellte sich heraus, dass die Profile dieser Kinder auf einem russischen staatlichen Adoptionsportal veröffentlicht wurden, was ernsthafte Besorgnis auslöst.
Lubinets betonte, dass in diesen Daten keinerlei Hinweise auf die Ukraine oder die wahre Herkunft der Kinder zu finden sind. Dies sei seiner Meinung nach ein weiteres Indiz für die gezielte Politik Russlands, die darauf abzielt, die ukrainische Identität der Kinder zu tilgen und ihre Entführung zu legitimieren. "Das ist nicht einfach ein Zufall, sondern eine systematische Praxis, die bereits seit 2014 andauert", stellte er fest.
Der Ombudsmann hob hervor, dass der Prozess der Entführung ukrainischer Kinder Teil einer umfassenderen Strategie ist, die Zwangsumsiedlung oder Deportation, die Änderung von Dokumenten, die Übergabe zur Adoption sowie eine totale Umerziehung und Militarisierung umfasst. Lubinets betonte die kritische Dringlichkeit der Situation. "Solange die Welt zögert, wachsen ukrainische Kinder in fremden Familien unter der Flagge des Aggressorlandes auf, in einer Atmosphäre von Zwang, Druck und Angst", sagte er.
Er wies auch darauf hin, dass den Kindern ihre Muttersprache, ihre Erinnerungen und ihre Identität genommen werden, während feindliche Propaganda aufgezwungen wird und sie auf den Militärdienst gegen ihr eigenes Heimatland vorbereitet werden. Lubinets forderte dringende Maßnahmen und wandte sich an internationale Partner: "Helfen Sie uns bei unseren Bemühungen, ukrainische Kinder zurückzubringen. Schließen Sie sich der Internationalen Koalition für die Rückkehr ukrainischer Kinder an. Werden Sie zu Vermittlerländern."
Der Ombudsmann betonte, dass sofortige Maßnahmen erforderlich sind, solange die Identitäten der ukrainischen Kinder noch nicht vollständig ausgelöscht sind. Er machte deutlich, dass die gewaltsame Übertragung von Kindern in eine andere nationale Gruppe einen schweren Verstoß gegen die IV. Genfer Konvention darstellt und Anzeichen von Völkermord gemäß dem Römischen Statut aufweist.
"Das Büro des Ombudsmanns arbeitet systematisch daran, ukrainische Kinder zurückzubringen. Mit unserer Unterstützung im Rahmen der Initiative Bring Kids Back UA konnten bereits 10 Waisenkinder aus dem Waisenhaus in Cherson nach Hause zurückgebracht werden. Insgesamt hat die Ukraine seit Beginn der umfassenden Invasion 2083 Kinder zurückgeholt. Wir müssen uns vereinen, um das Wichtigste zu erreichen - jedes ukrainische Kind nach Hause zu bringen", fügte Lubinets hinzu.
Darüber hinaus berichtete Ukrinform, dass sieben ukrainische Kinder, die am 3. April nach Hause zurückgebracht wurden, das Zentrum für Kinderschutz besucht haben. Dort können sie rechtliche Unterstützung, materielle Hilfe sowie umfassende soziale und psychologische Betreuung erhalten. Diese Situation unterstreicht die Notwendigkeit eines dringenden Handelns und aktiver Maßnahmen der internationalen Gemeinschaft zum Schutz der Rechte ukrainischer Kinder.