AMPERA und Scorpio Tankers starten Mikroreaktor-Systeme für die maritime Industrie
Die beiden Unternehmen AMPERA und Scorpio Tankers haben eine Zusammenarbeit zur Entwicklung von Mikroreaktorsystemen für die maritime Industrie angekündigt. Dieses Projekt stellt einen bedeutenden Schritt in Richtung umweltfreundlicher Energieerzeugung dar, da Scorpio Tankers bereits 10 Millionen Dollar in die Entwicklung dieser innovativen Technologie investiert hat.
AMPERA und Scorpio Tankers haben offiziell den Start ihrer gemeinsamen Initiative zur Schaffung von Mikroreaktorsystemen bekannt gegeben, die speziell für den Einsatz in der maritimen Industrie konzipiert sind. Dieser innovative Schritt zielt darauf ab, die Energieerzeugung in der Schifffahrt umweltfreundlicher zu gestalten. Scorpio Tankers hat bereits 10 Millionen Dollar in die Entwicklung dieser zukunftsweisenden Technologie investiert, was die Bedeutung des Projekts unterstreicht.
Wie aus Berichten von Interesting Engineering hervorgeht, arbeitet AMPERA an der Entwicklung eines kompakten Mikroreaktorsystems, das vollständig in einem Container untergebracht werden kann. Diese neuartige Systemarchitektur nutzt Thorium-Brennstoff in einem Festkörperreaktor, was bedeutet, dass eine Betankung über den gesamten Lebenszyklus von mehreren Jahrzehnten nicht erforderlich ist. Dies stellt einen erheblichen Vorteil dar, da herkömmliche Kernreaktoren in der Regel regelmäßige Wartung und Betankung benötigen, was sowohl zeit- als auch kostenintensiv ist.
Die Mikroreaktoren, die im Rahmen dieses Projekts entwickelt werden, haben eine Leistung von 15 bis 30 Megawatt und verwenden TRISO-Brennstoff, der die Notwendigkeit der Urananreicherung vollständig eliminiert. Diese Eigenschaften machen die Mikroreaktoren sicherer und umweltfreundlicher im Vergleich zu traditionellen Kerntechnologien. „Gemeinsam entwickeln und kommerzialisieren wir hochsichere Energielösungen mit null Kohlenstoffemissionen, die darauf abzielen, die maritimen Antriebssysteme und Offshore-Energieerzeugung zu transformieren“, erklärten die Vertreter von AMPERA.
Das in Entwicklung befindliche System erzeugt Wärme zur Turbinenantrieb, indem es überkritisches Kohlendioxid als Arbeitsmedium nutzt. Dies ermöglicht es dem Reaktor, ohne eine Wasserquelle zu arbeiten, was für Schiffe, die möglicherweise nur eingeschränkten Zugang zu Süßwasser haben, von entscheidender Bedeutung ist. Durch diese Architektur können Schiffe kontinuierliche und kostengünstige Energie beziehen, während gleichzeitig die Kompaktheit der Anlagen erhalten bleibt.
Die Einführung der neuen Energiesysteme erfolgt in zwei Phasen. In der ersten Phase planen die Partner die Entwicklung von schwimmenden atomaren Energieplattformen, die für Häfen und maritime Einrichtungen genutzt werden sollen. In der zweiten Phase ist die Schaffung von kommerziellen Schiffen mit nuklearen Antriebssystemen vorgesehen, was eine signifikante Reduzierung der Brennstoffkosten, eine Gewichtsreduktion der Schiffe und eine Verbesserung der Gesamteffizienz der Operationen ermöglichen soll.
Scorpio Tankers wird als strategischer Marktführer agieren und Expertise in den Bereichen maritime Ingenieurwissenschaften, technisches Design und regulatorische Anforderungen bereitstellen. Im Gegenzug wird AMPERA den Zugang zu seinen Technologien gewährleisten und einen Antrag auf Lizenzierung des Reaktors gemäß den neuen Richtlinien der US Nuclear Regulatory Commission einreichen.
Brian Matthews, CEO und Gründer von AMPERA, betonte: „Die Führungsposition von Scorpio in der maritimen Industrie in Kombination mit unseren Technologien schafft eine echte Möglichkeit, der Branche eine neue Energieklasse zu bringen.“ Dieses Projekt könnte einen entscheidenden Schritt in Richtung nachhaltiger maritimer Energieerzeugung darstellen, indem es die Kohlenstoffemissionen reduziert und die Energieeffizienz auf Schiffen steigert.