Alternative für Deutschland schließt Mitglied nach Besuch in Tschetschenien aus
Die ultrarechte, pro-russische Partei Alternative für Deutschland (AfD) hat angekündigt, ihr Mitglied Noah Krieger, auch bekannt als Murat Dadaev, auszuschließen, nachdem dieser kürzlich Tschetschenien besucht hat. Diese Entscheidung folgt auf eine Untersuchung des deutschen Journalistenprojekts Correctiv, die in der Gesellschaft für Aufsehen sorgte.
Die ultrarechte, pro-russische Partei Alternative für Deutschland (AfD) hat bekannt gegeben, dass sie beabsichtigt, ihr Mitglied Noah Krieger, der auch unter dem Namen Murat Dadaev bekannt ist, auszuschließen. Der Ausschluss erfolgt im Zuge eines Skandals, der durch einen Besuch Kriegers in Tschetschenien ausgelöst wurde. Diese Entscheidung ist das Ergebnis einer Untersuchung des deutschen Journalistenprojekts Correctiv, die in der Öffentlichkeit für großes Aufsehen sorgte.
Nach Angaben der AfD in Niedersachsen ist gegen Krieger-Dadaev ein Ausschlussverfahren eingeleitet worden. Die Parteivertreter weigerten sich jedoch, detailliertere Kommentare zur Situation abzugeben, und es gelang nicht, Krieger für eine Stellungnahme zu erreichen.
Krieger-Dadaev, der ursprünglich aus Tschetschenien stammt, lebt jedoch seit vielen Jahren in Deutschland und ist aktiv am politischen Leben in Hannover als Mitglied der AfD beteiligt, obwohl er nie offizielle Ämter bekleidet hat. Laut Correctiv hat er sich ein Image als erfolgreicher Geschäftsmann aufgebaut, der sich für eine „deutsch-russische Einheit“ einsetzt, was Fragen zu seinen politischen Ansichten und Absichten aufwirft.
Vor seinem Besuch in Tschetschenien veröffentlichte Krieger Beiträge auf Instagram, die seinen Wunsch zeigten, sich von Deutschland zu distanzieren. Derzeit bleibt unklar, ob er nach seinem Besuch beabsichtigt, nach Deutschland zurückzukehren.
Im März dieses Jahres besuchte Krieger-Dadaev Tschetschenien, wo er den tschetschenischen Beamten ein „Trophäen“-Dolch der Luftwaffe aus der Zeit des nationalsozialistischen Dritten Reichs überreichte, auf dem ein Hakenkreuz abgebildet war. Diese Geste rief nicht nur in Deutschland, sondern auch international Empörung hervor, da sie als Symbol der Unterstützung für das autoritäre Regime von Ramsan Kadyrow angesehen wurde.
Während seines Besuchs traf Krieger-Dadaev mit dem Vizepremier von Tschetschenien und dem Informationsminister Ahmed Dudayev zusammen. Er nahm auch an feierlichen Versammlungen im Parlament von Tschetschenien teil, die dem Tag der Verfassung der Republik gewidmet waren, bei denen auch der tschetschenische Diktator Ramsan Kadyrow anwesend war.
Darüber hinaus besuchte er während seines Aufenthalts ein Restaurant zusammen mit Zami Chalaev, dem Kommandeur des Kadyrow-Spezialpolizeiregiments, der für seine Verbindungen zu außergerichtlichen Hinrichtungen in Tschetschenien bekannt ist. Begleitet wurde er auch von einem Offizier der Kadyrow-Polizei, Chusen Alchanov, der Krieger eine Einweisung im Umgang mit einem Kalaschnikow-Gewehr gab.
Krieger-Dadaev zog bereits in seiner Jugend nach Europa, um seinem älteren Bruder Suleiman zu folgen, der ein ehemaliger Kämpfer des Feldkommandanten Doku Umarov war. Suleiman wechselte auf die Seite von Ramsan Kadyrow und war 2009 an dem Auftragsmord an dem ehemaligen Kadyrow-Sicherheitsmann Umar Israilov beteiligt, der nach Österreich geflüchtet war.
Diese Situation rund um Krieger-Dadaev verdeutlicht die Komplexität der politischen Landschaft in Deutschland, wo ultrarechte Parteien wie die AfD versuchen, ihre Identität zu finden, während sie gleichzeitig mit Kritik an ihren Verbindungen zu autoritären Regimes und historischen Symbolen konfrontiert sind, die negative Assoziationen hervorrufen.