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11. April: Verlängert die USA die Lockerung der Sanktionen auf russisches Öl nach dem Waffenstillstand im Iran?

Am 11. April 2023 endet die vorübergehende Lockerung der US-Sanktionen auf russisches Öl, die im Zusammenhang mit dem Krieg im Iran und den weitreichenden Störungen auf den Energiemärkten eingeführt wurde. Diese Maßnahme wurde als kurzfristiger Schritt zur Stabilisierung der Preise vorgestellt.

Am 11. April 2023 endet die vorübergehende Lockerung der US-Sanktionen auf russisches Öl, die im Zusammenhang mit dem Krieg im Iran und den weitreichenden Störungen auf den Energiemärkten eingeführt wurde. Diese Maßnahme wurde als kurzfristiger Schritt zur Stabilisierung der Preise vorgestellt, nachdem die Luftangriffe der USA und Israels auf den Iran eine umfassendere Krise im Nahen Osten ausgelöst hatten.

Der US-Finanzminister Scott Bessent betonte, dass diese Lockerung keine signifikanten finanziellen Vorteile für die russische Regierung mit sich bringen werde. Dennoch ist Russland zweifellos einer der größten indirekten Nutznießer des Konflikts geworden, da Moskau genau das erhält, was es will: höhere Einnahmen, weniger Druck und einen abgelenkten Westen.

Die finanziellen Vorteile für Russland sind erheblich. Laut dem Zentrum für Energie- und Luftqualitätsforschung verdiente Russland täglich etwa 510 Millionen Euro (588 Millionen Dollar) durch den Export von Öl und verflüssigtem Erdgas, wobei die täglichen Einnahmen aus dem Ölverkauf während des Krieges im Iran im Durchschnitt um 14 % über dem Niveau von Februar lagen.

Wenn die Lockerung nicht verlängert wird, läuft sie am 11. April aus, was potenziell die Beschränkungen für den Export von russischem Öl erschweren könnte. Am Mittwochmorgen, nach der Ankündigung eines zweiwöchigen Waffenstillstands und der Bestätigung des Irans über die Wiederherstellung des Betriebs der Straße von Hormus, fielen die Ölpreise drastisch. Allerdings zeigte der Waffenstillstand schnell Anzeichen von Spannungen, und derzeit gibt es keine klare Perspektive für eine vollständige Wiederherstellung des Betriebs der Straße von Hormus.

Diese Ungewissheit erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die USA eine Art von Verlängerung oder Ersatz wählen könnten, anstatt einen abrupten Stopp zu vollziehen. Bis Mittwoch hatte die US-Administration keine weiteren Schritte kommentiert. Gleichzeitig werden amerikanische Verhandler auch bei den bevorstehenden Treffen mit Vertretern des Irans erwartet, die die ersten öffentlich angekündigten Verhandlungen seit Beginn des Konflikts im Nahen Osten vor fünf Wochen darstellen.

Diese Entwicklungen sorgen bei Analysten, die die Situation beobachten, für Besorgnis, da sie erhebliche Auswirkungen auf die globalen Energiemärkte und die politische Lage in der Region haben könnten. Insbesondere eine Verlängerung oder Änderung der Sanktionen könnte schwerwiegende Konsequenzen für die Energiesicherheit nicht nur in Europa, sondern weltweit haben.